Die Berechnung der Personalkosten gehört zu den komplexesten und zugleich fehleranfälligsten Bereichen in EU-Forschungsprojekten. Das galt bereits für Horizon 2020 und betrifft unter Horizon Europe auch einen noch großen Teil der Audit Findings – bei der Erstellung des Certificate on the Financial Statement (CFS).
Der Umstieg von Stundensätzen auf eine einheitliche Daily Rate sorgt in vielen Organisationen für Unsicherheit und operative Herausforderungen.
Der Bericht (Annual Reports 2024) des European Court Of Auditors zeigt, das 76% der Fehler bei den Personalkosten passieren.

In diesem Beitrag erfahren Sie:
Mit Horizon Europe wurde ein zentrales Element der Kostenabrechnung grundlegend geändert: Die EU verabschiedete sich vom Stundensatz-Modell und führt eine einheitliche Tagesrate ein.
Abrechnungssystem
H2020 (alt)
Horizon Europe (neu)
Grundlage
Produktivstunden pro Jahr (1.720 Stunden) → Stundensatz
Annual Personnel Costs ÷ 215 fixe Arbeitstage → Daily Rate
Abrechnung
Stunden × Stundensatz
Tage × Daily Rate
Die neue Logik wirkt einfacher, birgt aber erhebliche Risiken, wenn weiterhin interne Prozesse aus H2020 genutzt werden. Besonders Organisationen, die noch mit Stundenaufzeichnungen arbeiten, stoßen regelmäßig auf Probleme bei der Umrechnung und Dokumentation.
Die Tagesrate berechnet sich nach einer fixen EU-Formel:
DailyRate = Annual Personnel Costs ÷ 215
Was in die Annual Personnel Costs gehört:
Weitere wichtige Regeln:
Obwohl Horizon Europe eine Tageslogik verwendet, führen viele Organisationen intern weiterhin Stundenzettel. Das ist erlaubt, aber riskant – Rundungsfehler, falsche Umrechnungen oder fehlende Nachvollziehbarkeit sind häufige Ursachen bei Prüfungen.
Die 215 Arbeitstage sind fix. Nationale Feiertage, Urlaubsregelungen oder interne Arbeitszeitmodelle beeinflussen diesen Wert nicht.
Häufige Stolperfallen sind:
Dies führt besonders häufig zu Abweichungen:
Die EU empfiehlt, Zeiten direkt auf Tagesbasis zu dokumentieren oder zumindest klar erkennbare Tagesanteile zu erfassen. Eine Vorlage der EU für die Erfassung können Sie hier downloaden.
Damit Personalkosten im CFS oder Audit anerkannt werden, sollten mindestens folgende Unterlagen vollständig und nachvollziehbar vorliegen:
Die Erfahrung zeigt: Besonders die Zeitaufzeichnungen sind ein Schwerpunkt bei Prüfungen – und gleichzeitig eine häufige Fehlerquelle.
Horizon Europe vereinfacht die Personalkostenabrechnung nur dann, wenn Organisationen die neue Tageslogik vollständig anwenden. Viele der häufigsten Fehler entstehen, weil alte H2020-Routinen weitergeführt oder Stunden erst am Projektende in Tage umgerechnet werden.
Mit klaren internen Abläufen, vollständiger Dokumentation und einer korrekten Berechnung der Daily Rate lassen sich Rückforderungen und unnötige Audit-Risiken zuverlässig vermeiden.
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